Das japanische Gedächtnis - 日本の想い、ドイツの想い

Akaike, Dr. Amu Annerose 赤池・アム・アネローゼ , geb. Billich (1939-2011), Ärztin 女医

Ein Lebensweg aus dem pommerschen Stargard zum japanischen Zen-Tempel Jôjûin: Eine deutsche Ärztin in Japan

 Das von Annerose 'Amu' Akaike ins Deutsche übersetzte Buch "Motomenai - ohne Verlangen  求めない" von Shôzô Kajima 加島祥造,
  Neue Erde GmbH 2012, ISBN 978-3-89060-602-6 ist erschienen!

 Leseprobe


Sie verband norddeutsch trockenen Humor mit gesundem Menschenverstand. Sie hat ihr in Deutschland und Japan erworbenes und praktiziertes medizinische Wissen ostasiatischen Traditionen geöffnet. Ihr mutiger professioneller Lebensweg ist repräsentativ für unsere globalisierten Lebensbedingungen gewesen, ihre menschliche Tapferkeit bemerkenswert: Dr.Annerose Akaike oder, wie  sie bis heute in Japan und Südostasien genannt wurde,  Dr. Amu ("Mutter").

Aus Deutschland nach Japan gekommen, integrierte sie sich in ihrer neuen Wirkungsregion. Sie gehörte nicht zu den nur eine bestimmte Zeitspanne in Japan weilenden meisten Deutschen, die in Japan leben und arbeiten, wie Kurt Meißner in seinem Buch " Die Deutschen in Japan" für die vorangegangenen 150 Jahre konstatiert. Sie verbrachte mehr als vier Jahrzehnte in Japan und Asien.

An der Schwelle des Alters kehrte sie auch nicht in ihre deutsche Heimat zurück, sondern weitete ihren Lebensbereich auf Südostasien aus, um schließlich wieder nach Japan zurückzukehren. Und doch erscheint ihr Leben irgendwie deutsch geprägt: Unstillbare Tatkraft und professionell begründeter Pragmatismus ver- binden sich mit hoher Sensibilität und Idealismus. Und ist nicht auch das ein bisschen deutsch? Sie entfaltet ihren Lebensraum in der Ferne.

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Annerose Akaike, geb. Billich, wurde 1939 in  Stargard/Pommern geboren, wo die Großeltern ein Gut besaßen. Als die russische Front 1945 näher rückte, verschlug es ihre Familie nach Lübeck. Geprägt durch die Kindheitserfahrungen des Schreckens der Kriegszeit und durch das Erleben der ungewissen Wirrnisse des Nachkriegsgeschehens, aber auch ausgestattet mit großem Selbstvertrauen einer behüteten Jugendzeit in einer bürgerlichen Familie wuchs sie dort auf.

Ihr Beruf als Ärztin folgte der Profession des Vaters. Zwei ihrer vier Geschwister wurden ebenfalls Mediziner. In Kiel, Berlin und Freiburg hatte die junge Frau Medizin studiert. Dazu belegte sie Vorlesungen in Philosophie und Psychologie. Dies war ein anspruchsvolles Unterfangen. Doch, wie sie einmal selbst sagte, ihre damalige Lebensdevise lautete: Alles, was ich mir vornehme, gelingt.

Dabei blieb Annerose Akaikes persönliches Auftreten zurückhaltend. Diese Charaktereigenschaft, eine natürliche Bescheidenheit, strahlte ihr Leben lang auf Dritte aus: Trotz ihrem Selbstbewusstsein und ihren kraftvollen Ansprüchen an sich selbst nahm sie sich gegenüber dem Anderen zurück. Doch zerbrach ihre jugendliche Überzeugung der Machbarkeit aller Lebensumstände allein auf Grund  menschlichen Wollens durch die Bitterkeit ihres späteren persönlichen Schicksales und durch ihre Einsichten während der Arbeit mit den Schwächsten unserer Erde, wie sie einmal äußerte.

Einer ihrer Studienkommilitonen in Deutschland war Japaner, der spätere Arzt Dr. Akira Akaike (3.10.1932 - 22.3.1986). Die Begegnung mit ihm ermunterte die junge Annerose zum Erlernen der japanischen Sprache. Von Jugend an hatte sie einen Drang aus Deutschland heraus in die Ferne gespürt. Nach Indien oder nach Ostasien wollte sie. Mit der Heirat ihres japanischen Kommilitonen erfüllte sich ihr Fernweh: 1969 kam sie mit ihrem Ehemann, der Radiologe in einem der Krankenhäuser der Tôkyô Universität wurde, und zwei Kleinkindern nach Japan. Ihr drittes Kind wurde drei Jahre später in Tôkyô geboren.

Das Leben einer Hausfrau im Hause der Schwiegereltern in Tôkyô befriedigte sie jedoch auf die Dauer nicht. Um in Japan als Ärztin praktizieren zu können, musste sie noch einmal das japanische medizinische Staatsexamen ablegen. Mit ihren schon in Deutschland erworbenen Japanisch-Kenntnissen meisterte sie diese große Herausforderung und wurde als erste europäische Ärztin überhaupt in Japan zugelassen.

Nach verschiedenen Berufsstationen in Japan errichtete Dr. Annerose Akaike mit 40 Jahren ihre eigene ärztliche Klinik im  OAG Haus in Tôkyô.

Auch wurde sie Schulärztin der Deutschen Schule Tôkyô (DSTY).


Als Ärztin reihte sie sich in der Folge in eine Reihe  mit den großen deutschen Ärzten in Japan ein, die auf die Entwicklung der japanischen Medizin in der Anfangszeit der japanischen Moderne großen Einfluss genommen hatten. Dr. Akaike ihrerseits gehört zur Geschichte der  wenigen, nach dem 2.Weltkrieg in Japan praktizierenden deutschen Mediziner.

Bescheiden wies sie selbst stets solche Einordnung von sich.

Doch ist sie durch den bemerkenswerten Wandel in ihren Behandlungsmethoden, die auf eine  ganzheitliche Heilung des Menschen als einem Wesen mit physischem Körper, seelischem Empfinden und in einem gegebenen sozialen Umfeld lebend zielten, mutig einen Schritt über die scheinbar unumstößlichen Gewissheiten unserer verwissenschaftlichen Gesellschaft hinausgegangen. Damit hat die deutsche Ärztin in Japan ihre herausragend beispielhafte Bedeutung in den deutsch-japanischen medizinischen Beziehungen erlangt.

Ist Dr. Akaikes medizinischer Wirkungskreis auch nicht spektakulär groß gewesen, war der Kreis ihrer Patienten in Tôkyô doch weit über den der deutschen Community hinaus gewachsen. 16 Jahre praktizierte sie im OAG-Haus und wurde dabei selbst eine Institution.

Das lag sicher daran, dass die Ärztin Dr. Akaike ihre medizinischen Diagnosen unter Berücksichtigung der Lebensumstände der Patienten bei der Evaluierung ihrer Krankheit und der Wahl der angemessenen Heilmethoden stellte. Sie wandte sich - in heute in unserer ökonomisch rationalisierten medizinischen Welt kaum mehr zu erlebender zeitlicher Hingabe - dem Patienten und seiner individuellen Lebensgeschichte zu. Diese Arbeitsweise führte sie schon zu dieser Zeit zu alternativen Heilmethoden, die ihre schulmedizinische Behandlung ergänzten: Chinesische Medizin ( Kampoyaku), Akupunktur, Massagen und Psychotherapie u.a..

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1986 verstarb der japanische Ehemann von Annerose Akaike. Sie zog in den nahe Tôkyô gelegenen Küstenort Zushi, um diesen Schicksalsschlag in naturhafter Umgebung zu bewältigen.

Nachdem alle ihre Kinder die Schule verlassen hatten und selbstständig geworden waren, suchte die Ärztin eine neue Lebensaufgabe und berufliche Herausforderung. Zunächst hatte sie sich in Indonesien auf der Insel Lombok nach einem adäquaten Lebensumfeld ohne Erfolg umgesehen. Ein sie herausforderndes Tätigkeitsfeld erschloss sich ihr dann aber im  Norden Thailands durch die Bekanntschaft mit einem koreanischen Meister der taoistischen  Sun Do Meditation, Dr.Kim. Dieser hatte sich dort der Betreuung von AIDS-Patienten mit spirituellen Atemtechniken zugewandt.

Spirituelle Heilmethodik in Verbindung mit ihrem medizinischen Wissen wurde nun die Behandlungsbasis von Dr. Akaike. Dieser neue Lebensabschnitt begann in einer staatlichen Klinik außerhalb von Chiang Mai im Januar 1996. 300 ambulante HIV/AIDS Kranke und 30 sterbende AIDS-Patienten auf der Station betreute sie mit thailändischen Ärzten zusammen - tief beeindruckt vom Leiden und der Hoffnungslosigkeit dieser Menschen: "Their eyes had no life...Their all-over energy seemed to be spiraling inwards, leaving their skin dark gray and making them appear even smaller than their physical bodies. My heart and brain were racing: how could I help them regain hope?" ( Japan Times).

Ihr ärztliches Wirken wollte sie nicht durch einen schulmedizinischen Behandlungsautomatismus von Heilung begrenzt sehen. Sie wollte die Ursachen der Krankheiten beachtet wissen. Dass sie ihren an AIDS tödlich erkrankten Patienten in der Hoffnungslosigkeit ihrer sozialen und individuellen Lebensumstände keine endgültige medizinische Heilung bringen konnte , war der Ärztin bewusst. Doch konnte sie ihnen Heilung dadurch bringen, dass die Todkranken durch  meditative Heilmethoden ihrem unentrinnbaren Schicksal mit seelischer Gefasstheit entgegen gehen konnten und derart in einen friedvollen Tod begleitet werden konnten.

So ist die deutsche Ärztin mit dem japanischen Namen Akaike im Norden Thailands um und in Chiang Mai zu Dr. Amu ("Mutter") geworden. Sie ermunterte später die mit Deutschland eng verbundene Japanerin  Miwa Natori nach Thailand zu kommen, die bis heute dort ein Kinderheim für AIDS kranke Kinder betreibt.

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Ihre beruflichen Erfahrungen und Erlebnisse in Thailand brachten Annerose Akaike den Buddhismus nahe, da sie hier das Mitleiden des Menschen mit dem Mitmenschen stärker in der Wirklichkeit angesprochen glaubte als durch ihre christliche Heimatreligion.

In diesem Zusammenhang übersetzte Dr. Annerose 'Amu' Akaike zwei japanische Werke in die deutsche Sprache:

 Wada, Tetsuzô: Ewigkeit. Meine Nur-Bewußtsein-Lehre. Düsseldorf, 1999. (EKÔ-Haus der Japanischen Kultur, Reihe: Dharma-Perlen, Bd.1),

 Kajima Shôzô 加島祥造 : "Motomenai-ohne Verlangen 求めない", Neue Erde GmbH, 2012

Letzeres Buch, das taoistische Aphorismen von Dr. Akaikes japanischen Lebensgefährten  Shôzô Kajima vereint, symbolisiert ihre spirituelle Reichweite, die auch für andere religiöse, selbst nichtreligiöse geistige Traditionen, für Christen ebenso wie für Atheisten, annehmbar ist:

Das Buch "Ohne Verlangen", die bewusste Zügelung überflüssiger Wünsche, ist ein geistiges Gegenmodel zu dem dominanten Lebensentwurf des Menschen in industrialisierten Regionen unserer globalisierten Welt. Dieser Mensch vergleiche sich stets, so der Autor Shôzô Kajima, mit "anderen Menschen, das Gegenwärtige mit Vergangenem, Sachen und ihren Wert oder Haben und Nicht-Haben." Er sei vorwärts getrieben in Hetze, "von Eitelkeit angestachelt". Dies sei Ausdruck der Ängste des Menschen: "Obwohl sie genügend besitzen, machen sie sich Sorgen, dass es in Zukunft nicht ausreichen könnte." Von dieser grundlosen Angst gelte es sich zu lösen, indem man ohne überzogenes Verlangen lebt: "Ohne Verlangen - so fängt die Zeit an, langsam dahinzufließen." Es ist ein schönes Bild, das Kajima malt: "Ohne Verlangen - so wirst Du langsam hinter den Menschen hergehen."

Nicht der Antritt nach immer mehr lasse die Ängste überwinden, sondern Vertrauen auf den "natürlichen Verlauf der Dinge. "

Durch Einschränkung des Verlangens werde der Mensch auch in seinen zwischenmenschlichen Beziehungen frei, wenn diese ohne Rücksicht darauf eingegangen seien, ob sie Vorteile und Gewinn bringen. Wenn man von einem anderen Menschen etwas erwarte, habe man Ängste und leide, ob man es bekomme oder nicht. Begegne man ihm 'ohne Verlangen', mache man sich nicht mehr von Gefühlen oder Meinungen anderer Menschen abhängig.

So war Annerose 'Amu' Akaike weit von einer eifernden Konvertitin entfernt, die einseitig nun etwa buddhistische Weisheit anstelle ihrer christlichen Tradition setzten wollte: Ihre große Persönlichkeit konnte kleingeistigen Versuchungen zur Einengung verschiedener ideologischer oder religiöser Traditionen auf eine Einzige nicht erliegen.

Auch die Auswahl ihrer engen Freunde der letzten Lebensjahre belegen dies: Neben dem genannten Schriftsteller Kajima sind besonders zu nennen die japanische, buddhistische Nonne (siehe  Chakra Moon) und ihr Ehemann, ein  Musiker, der indische Meditationsmusik spielt, und der indisch-japanische Musikfestivals organisiert. Die Nonne, die 'Amu' auf der letzten Wegstrecke ihres Lebensweges auch geistlich betreute, hat erzählt, wie wissensbegierig entschlossen sie auch noch am Ende ihrer Tage um den für sie überzeugendsten religiös-geistigen Pfad rang.

Annerose 'Amu' Akaike entschloss sich dann im Angesicht des Todes für einen Abschied von dieser Welt durch ein buddhistisches  Begräbnis. Ihre Urne wurde in einen abseits gelegenen Zen-Tempel  Jôjûin  池田曹洞宗成就院 inmitten einer  überwältigenden Bergszenerie in den japanischen Alpen gebracht - einer Umgebung, die freilich keinerlei bedrückenden Charakter aufweist, sondern die gepaart ist mit der lebhaft wechselnden Farbwelt japanischer Vegetation und Himmelserscheinungen.

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Doch zurück zum Leben von 'Amu' in Thailand:

Dem alltäglichen psychischen Druck der Ausweglosigkeit ihrer Patienten konnte die deutsche Ärztin nach einigen Jahren nicht mehr standhalten. Sie kehrte nach Japan zurück. Auch noch nach ihrer Rückkehr nach Japan unterstützte Dr. Akaike jedoch die thailändische Nonprofit Organisation "Women against AIDS" (WAA).  Deren Ziel ist die Aufklärung und Verhütung der HIV-Infektion und eine Schulausbildung für die AIDS-Waisen, um den bösen Kreislauf von Armut, Drogen und Promiskuität zu stoppen. 

Bis zu ihrem Ableben lebte Dr. Annerose Akaike in der Stadt Matsumoto in den japanischen Alpen und  praktizierte homöopathische Heilung.

Ihr Haus lag an einem Berghang am Rande der Stadt. Aus ihrem Fenster blickte man in das ruhige Grün des lichten Waldes, der sich hinter dem Haus hochzieht. In ihrem  Wohn- und Behandlungszimmer hingen Tangkas aus Tibet und Umgebung. Neben der Eingangstür am Tor der Garage symbolisierte ein farbenfrohes, auf das Garagentor gemaltes  Gemälde Bewegung - alles unterliegt ständigem Wechsel.

Verkrochen hatte sich Annerose Akaike in den Bergen um Matsumoto nicht: Mit  ihrem oben genannten japanischen Lebensgefährten, dem Wissenschaftler, Schriftsteller und Maler  Kajima Shôzô (加島祥造), unternahm sie Reisen, so häufig nach Bali.

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Die in Pommern geborene Dr. Annerose Akaike hat viel Wissen und auch Tugenden ihrer deutschen Heimat nach Japan und Asien gebracht - wie eine Reihe anderer ihrer Landsleute in den letzten 150 Jahren auch - und dort praktisch wirken lassen. Zu denken ist in unserer Lebensbildersammlung an  Clara Matsuno und  Sr. Maria Caelina Mauer.

Aber Dr. Annerose Akaike ist über sehr viele ihrer VorgängerInnen, die in Deutschland erlerntes Praxiswissen und Theorie in Japan Jahrzehnte lang verbreitet haben, hinausgewachsen, indem sie aus Japan und der asiatischen Kultur ihre eigenen persönlichen Lehren zog, Erfahrungen sammelte und im eigenen Leben ebenso wie in ihrer täglichen Arbeit mit dem Anderen auch fruchtbringend anwandte.

So soll sich interkultureller Austausch unserer Zeit vollziehen.

Die Frage drängt sich auf: Darf man "Dr.Amu" in die sozialwissenschaftliche Gruppe der "humanitären Abenteurer" ( Hartmut Drießenbacher) einordnen?

Es handelt sich dabei um  außergewöhnliche Persönlichkeiten, die sich nach dem Fremden, Unbekannten als persönliche Herausforderung sehnen, diese Herausforderung aber häufig nicht nur in exotisch geografischen Regionen als Projektionsfläche ihrer Sehnsucht erfüllen wollen wie das noch im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert überwiegend der Fall war, sondern in subkulturellen und prekären Gesellschaftsbereichen der Schwachen und Entrechteten, zu denen sie selbst zumeist nicht gehören.

Das mag für die oben erwähnte  Clara Matsuno im noch wenig vom westlichen Einfluss geprägten, aus westlicher Sicht exotischen Japan am Ende des 19. Jahrhunderts so gegolten haben. Für Dr. Akaike kann das Japan unserer Zeit eine solche Projektionsfläche nur noch sehr eingeschränkt dargestellt haben. Sie mag vielleicht Anklänge hiervon in Thailand und Indonesien vorgefunden haben. In jedem Fall galt für Annerose Akaike, die in unserer Zeit der Globalisierung selbst der humanitären Hilfe lebte, der exotische Aspekt nur sehr bedingt.

Doch gehörte sie in jedem Fall zu den modernen Entdeckern von weißen Flecken in der Gesellschaft auf unserer globalen Landkarte. Dr. 'Amus' Lebensweg nach Thailand ist gerade in diesem Zusammenhang vergleichbar mit dem ihrer oben erwähnten japanischen Freundin Miwa  Natori, die in unserem Internetportal vorgestellt ist.

'Amu' Akaike war einer der Menschen, die man auch nach einer einzigen Begegnung nicht vergisst. Wie oft hörte man unter Deutschen, die in Japan leben oder lebten, die Frage, was eigentlich Dr. Akaike mache. Auch nach Jahrzehnte langer erneuter Begegnung konnte man dem Fragensteller berichten, dass sie nichts von ihrer persönlichen Ausstrahlung verloren hatte. Man konnte eine zeitlos schöne Frau wiederfinden, eine Heilende, aber keine Heilige, die durch ihre persönliche charismatische Ausstrahlung den Besucher in seinen Bann zog und erfreute.
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 >>> Siehe hier Quellen

赤池・アム・アネローゼ(医学博士):日本と東南アジアで活躍するドイツ人女医


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 ドクター.赤池
はユーモアと常識を兼ね備えた人である。その気丈な生き方、人としての果敢さは異彩を放っている。

ドイツから日本に着くとほどなくして、ドクター・アカイケは日本の社会にとけ込んだ。彼女は日本に長年暮らしたドイツ人の一人だが、それに飽き足らず、老境を前に故郷に戻らずに活動領域を東南アジアに拡げた。それなのに、彼女の人生はどこか極めてドイツ的なのだ。尽きることのない行動力と医師という職業に裏打ちされた現実主義、彼女はこの二つを併せ持っている。さらに、遥か遠方の地に自らの生活圏を拓いていったこと、これもドイツ的といえないだろうか?

 アネローゼ・アカイケは1939年に 旧ドイツのポメルン州スタガルド市で生まれ、リューベックで育った。医師という仕事は、父の職業に倣ったもので、他の四人のきょうだいのうち二人も医師になった。だがアネローゼの目標は、その立ち居振る舞いと同様に控えめで、その奥ゆかしい性格は生涯を通じて輝きを失っていない。自信を秘め、自分自身に高い要求を課しつつも、彼女は他の人々のために自分自身を控えるのが常だった。

彼女は最初、家庭医になることを希望していた。しかし、ドイツから出てどこか遠い国、インドか東アジアに行きたいとも思っていた。

若きアネローゼはキール、ベルリン、フライブルクの各大学で医学を勉強し、併せて哲学や心理学の講義も聴講した。日本語も勉強した。

 ドイツで共に医学を学ぶうちに知り合った、日本人医師・赤池陽氏との結婚により、アネローゼは遥か遠方の地への憧れを現実にすることができた。夫が東大分院に放射線科医として職を得たのを機に、アネローゼは1969年に夫と三人の子どもどもとともに日本にやって来た。だが、東京の義理の両親の家に同居しつつ主婦として過ごす生活に、やがて物足りなさを感じ始めた。しかし、日本で医師として働くには、日本でもう一度医学を勉強し直さなければならない。彼女はドイツで既に習得していた日本語の知識を使って、この大きな難題を見事にクリアし、日本の医師免許を取得した初めての欧州女性となったのである。

 日本での数多くの職場での勤務経験を積んだ後、ドクター・アカイケは40歳の時 東京OAG ハウス ( 社団法人オーアーゲー・ドイツ東洋文化研究協会 ) 内に自分の診療所を開業した。こうして彼女は、かつて日本で活躍し、近代の幕開けの時代に日本の医学の発展に大きな影響を与えた、 偉大なドイツの医師たちに列することになった。 第二次世界大戦後に日本で開業したドイツ人医師は少ないが、ドクター・アカイケはその数少ない医師たちの歴史にも連なっている。

診療所には間もなく、ドイツ人コミュニティー以外からも広く患者が集まるようになった。 OAG ハウス診療所での医療活動は16年におよび、ドクター・アカイケの名はコミュニティーを中心に広く知れ渡るようになった。

評判の秘密は間違いなく、ドクター・アカイケが 病状の判断や治療法を選択する際に、患者の生活環境を考慮に入れた上で診断を下したことにあった。昨今の医師には珍しく、彼女は時間をかけて丁寧に患者と向き合い、患者の話に耳を傾けた。こうした診療の方法がやがて彼女の関心を代替治療法や漢方薬、鍼、マッサージ、心理療法など、従来の近代医療による治療を補完する領域に向かわせた。

1986年に夫が亡くなり、自然豊かな環境で悲しみを癒そうと、ドクター・アカイケは東京近郊の海沿いにある逗子に転居した。

子どもたちが全員学業を終えて独立した後、ドクター・アカイケは全く新しいライフワークとチャレンジを求めた。その機会は、タイ北部で心霊呼吸法を使ってエイズ患者の治療を行なっていた 韓国タオ・スンド瞑想の老師である金博士との出会いを通じて与えられた。

こうして 心霊治療をはじめとする様々な分野の治療法と近代医学の知識が、彼女のタイでの医療活動の基礎となった。19961月、ドクター・アカイケはタイ、チェンマイ市郊外にある国立診療所で人生の再スタートを切った。HIV/エイズに感染した患者300人と既に発症した患者30人の治療をタイのと共に医師行ないながら、彼女は患者たちの苦しみと絶望に深く心を痛めた。「生命を失った彼らの目…全身のエネルギーは身体の内部に向かって渦巻いている様子で、皮膚は濃い灰色を呈している。そのために、彼らの身体は実際の大きさよりもひと回り小さく見える。どうしたらこの人たちに手を差し伸べて、希望を取り戻せることができるだろう…そう問いかける声が、私の心と頭の中を駆け巡った。」 (Japan Times).

やがて、この日本からやってきたドイツ人女医は、タイ北部のチェンマイとその周辺で 「ドクター・アム(お母さん)」として知られるようになった。タイでの職務上の経験と体験から、ドクター・アカイケは仏教に親しむようになり、仏教は祖国のキリスト教よりも他人への同情を強く訴える教えだと確信するようになった。

ドクター・アカイケには次の翻訳書がある:

ワダ・テツゾウ著 
 Ewigkeit. Meine Nur-Bewußtsein-Lehre』デュッセルドルフ、1999年、惠光センター、Dharma-Perlenシリーズ、第1巻)

 加島祥造 「motomenai - ohne verlangen 求めない」

日本に戻った後、ドクター・アカイケはタイの
NPO法人Women against AIDS"(WAA)を支援した。WAAは、社会的、個人的境遇にふさわしい医療サービスを提供し、それによりエイズ感染の悪循環を断ち切ることを目標としている。

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 赤池アム先生が亡くなりました

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