Das japanische Gedächtnis - 日本の想い、ドイツの想い

Albach, Horst Prof.Dr.Dr.h.c.mult. アルバッハ・ホルスト (geb.1931), Hochschullehrer (Betriebswirtschaft)教授(経営・経済学)

Ein großer Freund Japans

(Foto:  Waseda University, Press Release

Der Betriebswirtschaftler Prof. Dr. Dr. h.c.mult.  Horst Albach (1)   (2) (geb.1931) ist einer der großen deutschen Wissenschaftler unserer Zeit. Für sein umfassendes Werk wurde er vielfach geehrt. So ist er der erste Betriebswirt, der in den Orden " Pour le Mérite" aufgenommen wurde. Bis heute ist er hoch geschätzt: "Die Zeit" nannte ihn einmal den "prominentesten deutschen Betriebswirt".

Dazu gibt es in unserem Kontext nichts mehr hinzuzufügen, außer dass seine Arbeit auch in Japan in Wissenschaftskreisen weit bekannt ist. Von seinen über 600 Schriften sind auch Viele ins  Japanische übersetzt.

Doch zeichnet Prof. Albach gerade in dieser Verbindung zu Japan etwas aus, was vor einigen Jahrzehnten ungewöhnlich war und bis heute ausserhalb der Japanologie noch wenig akzeptiert ist: Er hat immer darauf Wert gelegt, dass Wirtschaftswissenschaften sich nicht nur aus dem übermächtigen anglosächsischen Raum speisen lassen dürfen.  Dort hatte er selbst studiert, vertrat aber die Überzeugung, dass gerade die in einer anderen als der westlichen Kultur verwurzelte Ökonomie und ihre wissenschaftliche Durchdringung für die angehenden deutschen Wirtschaftswissenschaftler ebenso wie für die Wirtschaftslenker als Ergänzung hinzukommen müsse, um die globale Welt zu verstehen und sich in ihr angemessen zu bewegen.

Dieser globale Ansatz entsprach seiner eigenen universalen Bildung und seinen weitgespannten Interessen bis hin zu Kunst und Literatur. Ihm liegt daran, die Grenzen seiner Fachrichtung Betriebswirtschaft  zu erweitern. Ein solch' kreativer Schritt ist seine Hinwendung zu Japan.

In Japan hatte Prof. Dr. Albach, damals Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, den Vorsitz in dem Beirat der Stiftung, die das  Deutsche Institut für Japanstudien in Tôkyô beriet.

Besonders enge Beziehungen unterhielt er zur privaten Elite-Universität Waseda, an der er an zahllosen Seminaren und Symposien teilnahm,  Vorlesungen hielt, und die ihm die Ehrendoktorwürde verlieh. Auch in vielen  anderen Institutionen Japans trat Albach auf.

Das Japan-Zentrum der Universität Marburg, das sich auf das moderne Japan konzentrieren sollte, hatte Albach mit einem Festvortrag eingeweiht. Die Vision dieser Institution erfüllte sich jedoch einige Jahre danach nur sehr bedingt.

Auch in der privaten  WHU – Otto Beisheim School of Management in Valendar war er Initiator eines Japan-Instituts. Albach brachte an die sich als Elite-Universität verstehende Hochschule die ursprünglich im  Wissenschaftszentrum in Berlin für Sozialforschung von ihm mit anderen Wissenschaftlern gegründete  Kaisha-Datenbank mit Jahresabschlüssen japanischer Industrieaktiengesellschaften 1970 bis 1997 mit. Immerhin blieb von all' diesen Institutionen noch der japanische Unterricht an der WHU erhalten.

Dass er in dieser Japan-Mission und Aufgabe nicht nachhaltigen Erfolg hatte, ist nicht ihm anzulasten. Es zeigt nur ein weiteres Mal die euro-zentristische Fokussierung selbst des Wissenschaftsbetriebes, häufig einfach deswegen, da es leichter ist in Englisch zu kommunizieren als im lernintensiven Japanisch.