Das japanische Gedächtnis - 日本の想い、ドイツの想い

Lesser, Rose レッサ・ロゼ (1908-2002), Schriftstellerin 女性作家

Growing Old in Japan - Deutsche Dichterin in Japan

(Quelle Foto links: Christine Imamichi-Sommer, Februar 1990)

Die Dichterin  Rose Lesser wuchs in Berlin auf und arbeitete zunächst als Assistentin in einem mikroanalytischen Labor. Seit 1929 lebte sie in Japan, und hatte 1933 den Geobotaniker Dr. Kenji Takahashi 高橋健治 (1903 1947) geheiratet.

In Japan war sie in verschiedenen Tätigkeiten tätig, darunter im Büro Nagoya der  Handelsfirma Winckler & Co. Auch bei dem Filmemacher  Arnold Fanck war sie in den 1930ger Jahren beschäftigt. Ab 1950 unterrichtete sie in Tôkyô an der Universität Fremdsprachen.

In den deutsch-japanische Geschichte hat Rose Lessser als  Schriftstellerin mit zahlreichen Veröffentlichungen einen festen Platz.

Rose Lesser war in der deutschen Community in Japan hochgeachtet, so auch 
in  beiden konfessionellen Kirchengemeinden der christlichen Kirchen in Japan. Der Bundespräsident hat sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
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Folgender Auszug aus  Christine Imamichi-Sommer: "Voices from the Silver Seat - Foreigners  Growing Old in Japan - ". Eigenverlag (Originally published in the 'Journal of the ' Association of Foreign Wifes in Japan', 1988-91), Tokyo 1994, S.89-95, mit freundlicher Genehmigung der Autorin.












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Gedicht, das Rose Lesser anlässlich des Todes ihrer Freundin  Elise Juchheim verfasst:

Begegnung mit Frau Juchheim
- Zu ihrem Hinscheiden am 2.Mai 1971 -

In Dahlem war es, in Berlin,
Da zuerst gefall’n der Name:
„Wenn in Kôbe, geh’n sie hin;
bringen schönen Gruß der Dame!“

Als darum per Schiff ich angekommen,
In Kôbe nun das Land betrat,
Hatte ich’s mir vorgenommen
schnell auszuführen diese Tat.

„Sannomiya?“, ich jemand befragte.
Und der nickte, „Das ist hier.“
„Juchheim!“ Ich dann weiter sagte.
Und sogleich wies man es mir.