Das japanische Gedächtnis - 日本の想い、ドイツの想い

Schmidt, Helmut シュミット・ヘルムット (1918 - 2015), Bundeskanzler a.D. 西ドイツ首相

"Seit den frühen sechziger Jahren betrachte ich mich als Freund Japans" *

Es ist nicht bekannt, dass einer der deutschen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in der Nachkriegszeit ein besonders enges persönliches Verhältnis zu Japan bessen hat. Vielleicht hatte  Konrad Adenauer zu seinem japanischen Kollegen, Premierminister  Yoshida Shigeru, eine respektvolle Beziehung aufgebaut ( siehe Spiegel-Artikel 43_1954).

Unter den vielen hochrangigen deutschen Politikern, die Japan besuchten, mögen sich auch einige andere intensiver Japan zugewandt haben. So verfasste etwa Klaus von Dohnanyi im Jahr 1968 nach nur 10 Tagen Japanreise  ein Buch über sein Reiseland, was bezeichnende Auskunft über die Tiefe des Wissens des Autors zu Japan enthüllt.

Auch an den FDP-Politiker  Otto Graf Lambsdorff ist zu denken. Doch mag die Japan-Sympathie, die er bekundete,  in seinem Fall einer Motivation entsprungen sein, Japan in der innenpolitischen deutschen Auseinandersetzung zu instrumentalisieren: Eignete sich Japan doch für einen Liberalen bis zur Zeit des Platzens der japanischen Blasenwirtschaft 1989 bestens, einem vermeindlich übersozialisierten Deutschland ein japanisches Gegenbild mit emsigen, aufopferungsvollen und uneigennützigen Arbeitnehmern vorzuhalten. In der Zeit danach taugten die angeblich "verlorenen Jahrzehnte Japans" weniger als Instrument der eigenen Popularitätssteigerung.

Ohne Zweifel aber ist Altbundeskanzler Helmut Schmidt ein herausragender Kenner dieses Landes, seiner Geschichte, Politik und sozioökonomischen Rahmenbedingungen seit Jahrzehnten. Seine tiefgehende Beschäftigung mit dem Land hat tiefen Respekt vor Japan und lang andauernde, freundschaftlich persönliche Beziehungen entstehen lassen. Fast 40mal hat er Japan besucht.

Begonnen hat diese aussergewöhnliche Freundschaft in den frühen sechziger Jahren. Den damaligen Premierminister  Takeo Fukuda bezeichnete er als einen seiner engsten und hoch verehrten Freunde. Besondere gegenseitige Wertschätzung verbanden offenbar auch Helmut Schmidt und Premierminister  Yasuhiro Nakasone. Diese japanischen Politiker, Fukuda und Nakasone, waren übrigens politisch konservativ, was für den Weltbürger und Hanseaten, den Sozialdemokraten Schmidt, sicher ohne jede einschränkende Bedeutung war.

Diese Verbundenheit zeigt sich in Helmut Schmidts vielfältigen Gedanken zur Geschichte Deutschlands und Japans , in denen er immer wieder erstaunliche Parallelen, aber doch auch die Unterschiede zu entdecken unternahm. Als beispielhaft mag der Festvortrag " Japan, Deutschland und ihre Nachbarn" anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des  Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin am 20. Oktober 2010 ( You Tube Video Aufzeichnung der Rede) hier präsentiert werden.

Ein bedeutender Tag war dieses Datum in seinem Privatleben: Verstarb doch seine Frau  Loki, mit der er so viele Jahrzehnte zusammen gelebt hatte, in der folgenden Nacht.

Eine schönes Symbol für die Freundschaft, die die Japaner dem Alt-Bundeskanzler entgegenbringen ist, dass die nach ihm benannte gelbe Rose "Helmut Schmidt"  シュミット・ヘルムット・バラ  (1)  ( Video) sich dort großer Beliebtheit erfreut.
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* jdzb (Hrsg.): "20 Jahre Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin, 2005

シュミット・ヘルムット

 

「私は自分を「日本の友」と見なしている」

 

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 シュミット・ヘルムット



 シュミット・ヘルムット・日本、ドイツと近隣諸国


 You Tube ビデオ
 シュミット・ヘルムット・日本、ドイツと近隣諸国」 (1)


シュミット・ヘルムット 「 大国の明日

 

 

 

 









 

 

 

 

 

                      

 

 

 

 

 

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Gedankensplitter:  Gärten in Japan und in Deutschland