Das japanische Gedächtnis - 日本の想い、ドイツの想い

Yamada Kósçak (Kôsaku) 山田耕筰 (1886-1965)

Der japanische Komponist und Dirigent   Kôsaku Yamada  (Kósçak Yamada) ist vielleicht der wichtigste Pionier unter den japanischen Komponisten, die Ende des 19.Jahrhunderts bei der radikalen Einführung der westlich-europäischen Kultur im Modernisierungsprozess des Landes auch in der Musik westliche Traditionen adaptierten.

In Japan hatte Yamada zunächst an der Kaiserlichen Musikakademie in Tôkyô bei zwei Deutschen sein Musik-Studium aufgenommen:  August Junker und Heinrich Werkmeister von der Berliner Hochschule für Musik.

Anschliessend studierte Yamada
von 1910 bis 1913 in Berlin bei  Max Bruch Gesang und Musiktheorie.

Eine informative Quelle zu dieser Zeit in Deutschland, besonders in Dierhagen, und einen ausführlichen Lebensabriss gibt eine  Internetarbeit von Detlef Schauwecker. Dort ist auch sein Verhältnis zu seiner deutschen Verlobten behandelt. Siehe auch Schauwecker, Detlef: „Yamada Kôsaku: Eine seltsame Reise.“ Übersetzung und Nachwort. In: Klaus Kracht (Hrsg.): „Japonica Humbolddtiana“;  Band. 14, Wiesbaden: Harrassowitz Verlag, 2011, 244 Seiten. Derselbe Autor veröffentlichte Auszüge aus  Yamadas Memoiren in den OAG-Notizen.

Yamada Kôsaku komponierte mehr als 700 Vokalwerke in abendländischer Musiktradition, Lieder und Chorwerke, acht Opern sowie klassische Instrumentalwerke wie fünf Symphonien und sechs symphonische Dichtungen, eine Orchestersuite, Klavierstücke und sogar Filmmusik (u.a. für " Die Tochter des Samurai"). Darunter war eine „Meiji Symphonie“ (1921), die ihre Uraufführung unter seiner musikalischen Leitung mit den Berliner Philharmonikern in Berlin am 22.6.1937 erlebte. Zu nennen ist auch Yamadas Kantate ("Herbstfeier"?) mit einem Text von Eduard Mörike.

1919 hatte er in Japan das erste Symphonieorchester gegründet.

Tonträger mit Musik von Kôsaku Yamada:

" Akatombo"

" Kono Michi" (You Tube Video)

" Chanson Triste Japonais"

" Ernst Haeflinger singt Kosaku Yamada", CD

Auswahl u.a. von Yamada Kôsaku-Liedern mit erläuterndem Text und deutschen Übersetzungen der Lieder:

Hiroko Kashiwagi & Stefan Irmer: "Lieder japanischer Komponisten des 20. Jahrhunderts. Japanische Lyrik", CD.

Hiroko Kashiwagi & Michael Collins: "Der Mond über der Schlossruine", Mit einer Einführung von Hans-Dieter Reese: "Kakyoku. Das japanische Kunstlied" , CD